07.02.2013 | Die Staffelbacher Mainwichtel ziehen um

Der Kindergarten St. Cyriakus in Staffelbach wird von Grund auf neu gebaut. Die Kinder müssen für gut ein Jahr ins Haus der Begegnung ausweichen. Sie packen schon ihre Umzugskisten und hoffen auf viele fleißige Helfer.

Es sind viele helfende Hände, die mit anpacken. Aber die meisten von ihnen sind sehr kleine Hände. Die 23 Kinder des Staffelbacher müssen nämlich in diesen Tagen umziehen - und einige von ihnen werden nicht in die vertraute Umgebung zurückkehren. Denn der Kindergarten St. Cyriakus in Staffelbach wird generalsaniert. Und die Kinder - auch die sieben ganz kleinen aus der Krippe - werden für mindestens ein Jahr ins Haus der Begegnung (Pfarrheim), etwa 800 Meter entfernt, umquartiert.

Dass es höchste Zeit wird, darauf weist schon ein Putzeimer hin, der mitten im Eingangsbereich des Kindergartens steht. Alle paar Sekunden löst sich von dem Fenster oben an der Decke ein Wassertropfen. "Flachdach, Baujahr 1978", erklärt Bürgermeister Carsten Joneitis.

Die Kinder sind derweil begeistert, als sie von Kiga-Leiterin Sabine Scherer Hämmer in die Hände bekommen, mit denen sie das vorwegnehmen dürfen, was in den kommenden Wochen hier passiert. Als sie auf die Wand einhämmern, ist schnell nicht nur der Putz ab.

Leck im Dach und marode Mauern

Eine Sanierung des gesamten Gebäudes ist also angebracht - und inzwischen ist auch klar, dass das Gebäude dazu bis auf die Grundmauern abgerissen werden muss. Die hämmernden "Mainwichtel" haben also schon mal eine Abrissparty vorweggenommen Übernächste Woche rollt der Bagger an. "Demontage und Teilabbau", heißt das offiziell, erläutert Architekt Peter Schneider.

In der Praxis wird es nun aber doch ein Neubau. Wenigstens soll der nicht teurer werden, als in den Sanierungsplänen, die Schneider vor ziemlich genau einem Jahr dem Gemeinderat vorgestellt hat. Auf 830 000 Euro beziffert Bürgermeister Joneitis die Gesamtkosten. Weil der Träger des Kindergartens zwar die katholische Kirchenstiftung ist, die Krippe aber eine kommunale, wird sich die Gemeinde Oberhaid mit etwa zwei Drittel an der Generalsanierung beteiligen. Für Joneitis ist dies auch erklärtermaßen eine wichtige und Zukunftsweisende Aufgabe. So wie er sich um Zuschüsse bemühen wird, versucht auch Kirchenpflegerin Stephanie Möller Förderer zu finden. Denn gut 80.000 Euro Eigenanteil sind für die örtliche Kirchenstiftung ein dicker Brocken.

Abrissparty steht an

Nicht der Sanierung, sondern voll und ganz der Zukunft der Kinder zugute kommen, soll der Erlös einer Abrissparty, die am 16. Februar steigt. Für die drückt Pfarrer Stefan Hartmann auch gerne ein Auge zu. Denn nach dem Familiennachmittag ab 15 Uhr, gibt es ab 18 Uhr ein Spanferkelessen und am späteren Abend dann Musik von einem DJ und eine Cocktailbar - und das alles in der Fastenzeit! "Am Aschermittwoch oder Karfreitag hätte ich das es natürlich nicht erlaubt", sagt der Pfarrer mit einem Augenzwinkern.

Die "Mainwichtel" derweil auch schon einzelne Spielsachen ein, obwohl sie diese Woche noch im alten St.-Cyriakus-Kindergarten bleiben. Der große Umzug geht erst am kommenden Montag und Dienstag über die Bühne. Wenn anderswo die Faschingsumzüge abgehen, wird in Staffelbach ein buntes Treiben der etwas anderen Art herrschen. Kindergartenleiterin Scherer, Pfarrer Hartmann und Bürgermeister Joneitis, die auch selbst mit anpacken werden - hoffen nun, dass sich noch weitere Freiwillige finden. Alle, die beim Umzug mithelfen wollen, können sich gerne im Kindergarten (Telefon 09503/7220) melden.

Quelle: inFranken.de vom 06.02.2013 / Fränkischer Tag vom 07.02.2013